Jetzt kommt wirklich die Funkstille

25.03.2013

Wenn LTE zum Störfall wird: Überblick und Bilanz von Sennheiser zur Umstellung von Funkmikrofonen.


 

Schnell, schneller, LTE. Mit dem neuesten Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) können Besitzer von Smartphones unterwegs nicht nur bis zu sieben Mal schneller im Internet surfen, sondern endlich auch Videos ruckelfrei anschauen. Auf der Computermesse CeBIT, die Anfang März in Hannover stattfand, konnten sich die Besucher über die neuesten Entwicklungen informieren. Denn der Netzausbau geht zügig voran.

Nachdem die Mobilfunkanbieter zunächst den ländlichen Raum erschlossen haben,
sind jetzt die Großstädte und Metropolgebiete dran. Die Schattenseite des High-Speed-Surfens: LTE sendet in einem Frequenzbereich, der aktuell auch von vielen Funkmikrofonen benutzt wird – und sorgt damit für Aufregung in Konzertsälen, Kirchen und Theatern.

Premiere des neuen Musicals.
Gespannt wartet das Publikum auf den ersten Einsatz des Hauptdarstellers. Doch statt des eingängigen Soloparts dröhnt ein überlautes Rauschen durch den Saal und lässt empfindliche Gemüter zusammenzucken. Ein Störfall, der in ähnlicher Form künftig nicht nur auf großen Bühnen, sondern auch beim Stadtfest, der Schulaufführung oder einem Bandauftritt passieren könnte.
 

"Die Geräte im neuen Mobilfunkstandard senden vielfach stärker als jedes Audiofunksignal, weshalb es bei gleichzeitiger Übertragung mit Funkmikrofonen zu Störgeräuschen oder sogar kompletten Tonausfällen kommen kann", erläutert Ties-Christian Gerdes, Geschäftsführer bei Sennheiser Vertrieb und Service.

Überall dort, wo Musiker, Redner oder Darsteller mit Funkmikrofonen arbeiten, besteht die Gefahr, dass ein in der Nähe eingeschaltetes LTE-Smartphone oder ein LTE-Sendemast dazwischenfunkt.

 

"Das ärgert nicht nur die ausgebremsten Mikrofon-Nutzer, sondern auch das Publikum", resümiert Ties-Christian Gerdes. Seitdem vor rund zwei Jahren der Ausbau der Mobilfunktechnik begann, berät der Audiospezialist Sennheiser Anwender bei Fragen rund um den störungsfreien Betrieb von Funkmikrofonen. Die Nachfrage im Service-Center ist groß.
 


Umrüstungskosten in Milliardenhöhe

Besonders hart trifft es die Kulturbetriebe. Denn sie müssen ihre Technik umrüsten oder austauschen, um Störungen zu vermeiden. Und das ist teuer: "Für die Theater bedeutet das je nach Größe und Sparte Minimalkosten von 20.000 Euro, die sich jedoch auf bis zu 200.000 Euro und mehr summieren können", so Hubert Eckart, Geschäftsführer der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG).

 

700.000 Funkmikros gehen in die Knie
 

Sennheiser UHF-Drahtlossystem
Welche Funkmikros betroffen sind, erfährt man auf www.sennheiser.de/ddready.

 


Nach Einschätzungen der Branchenverbände könnte LTE allein in Deutschland bis zu 700.000 Nutzern von Funkmikrofonen in die Quere kommen. "Da der neue Mobilfunkstandard sich bereits rasant verbreitet, ist es jetzt an der Zeit, sich über die Frequenzumstellung Gedanken zu machen", rät Ties-Christian Gerdes. Was schon heute sinnvoll ist, könnte in drei Jahren unausweichlich werden. Denn die aktuelle Zuordnung der Funkfrequenzen läuft am 31.12.2015 aus.
 

Schauen Sie sich das Video an:

 

Hubert Eckart, Geschäftsführer der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft

Klicken Sie auf das Bild und schauen Sie sich die Problematik im Video an.

 



Kostenlose Online-Beratung


Eine erste Möglichkeit zum Schnell-Check bietet das Onlineportal www.sennheiser.de/ddready. Dort können Profis und Amateure mithilfe des sogenannten HF-Beraters selbstständig prüfen, ob das eigene Funkmikrofon von der Neuordnung der Frequenzen betroffen ist. Darüber hinaus lässt sich mithilfe des Umfrequentierungskosten-Rechners ermitteln, was die Umstellung des vorhandenen Mikrofons im Vergleich zum Neukauf kostet. Ein zusätzlicher Newsticker, anwendungsbezogene Guides und eine Übersicht zu häufig gestellten Fragen (FAQs) komplettieren das Service-Angebot.


 

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