pl+s: Die Opus-Bühnenpreise

Auf der prolight+sound werden am 13. März die Deutschen Bühnenpreise Opus 2008 vergeben.
Mit dem Opus – Deutscher Bühnenpreis werden Produktionen aus Theater, Oper, Klassik und Pop ausgezeichnet, die neue Ansätze des kreativen Technikeinsatzes zeigen. Die aus Fachleuten bestehende Jury würdigt mit dem Opus die Technik und den Bühnenbau auf den Gebieten „Lichtdesign“, „Bühnenbild“, „Sounddesign“, „Technische Realisation“ und – neu 2008 – in der Kategorie „Video“. Der Jury gehören Branchenexperten aus Wirtschaft, Verbänden, der Messe Frankfurt sowie Fachjournalisten der wichtigsten Fachpublikaktionen an. Sie treffen eine Auswahl aus Produktionen des vergangenen Jahres.

Die Preisverleihung findet am zweiten Messetag, 13. März 2008 um 15:00 Uhr, auf der Prolight + Sound in Frankfurt am Main, Pro Lounge in der Galleria Ebene 1, statt.
In der Kategorie Bühnenbild wird der Bühnenbildner Stéphan Laimé für seine Bühnengestaltung der Theaterproduktion „Viel Lärm um Nichts“ am Burgtheater Wien ausgezeichnet. Laimé hat in der Shakespeare-Produktion die verfügbaren Mittel der Bühnentechnik gekonnt und im Dienst der Inszenierung eingesetzt. Hierbei integrierte er die Bühnenverwandlungen geschickt in die Inszenierung. Klassische Elemente, wie der Einsatz von rund 30.000 Litern Wasser während eines Tropenregens auf der Bühne, wurden mit neuen Techniken (Beleuchtung, Ton und Video) zu einem spannenden Bühnenbild verbunden.

Einen Opus erhält Günter Jäckle für das Lichtdesign der Herbert- Grönemeyer-Tour „12“. Die Produktion „12“ besticht vor allem durch die geschickte Verbindung von Video-Sequenzen und klassischem Lichtdesign. In der Zusammen- arbeit mit Anton Corbijn, der einige High-Definition-Filme speziell auf Grönemeyers Songs abgestimmt produzierte, entwarf Jäckle das Lichtdesign der Bühne und integrierte darin einen 25 Meter breiten und neun Meter hohen Video-Screen. Zum Einsatz kamen klassische Lichtelemente wie Blinder, Spots und fahrbare Traversen. Durch die Verbindung dieser klassischen Lichttechniken mit Video-Inhalten generierte Jäckle ein beeindruckendes und neuartiges Herbert-Grönemeyer-Konzert-Design.
Hochwertige Groß- Produktionen im Klassik-Bereich zeigen es: Solche Veranstaltungen haben für Klassik-Fans große Anziehungskraft. In der Kategorie Sounddesign wird daher Wolfgang Geisler von Pave Veranstaltungs- technik für das Nürnberger Klassik Open Air ausgezeichnet. Hier wurde vor allem in der Bewältigung von Laufzeitunterschieden bei einer derartig großen Veranstaltung Beachtliches geleistet. Für diese Veranstaltung, bei der rund 120.000 Zuschauer bis zu 290 Meter von der Bühnen entfernt waren, setzte Geisler und sein Team zwölf Delay Tower ein. Diese wurden über das Gelände verteilt errichtet und einzeln angesteuert. Pave gelang es, die besonderen Klangerfordernisse von Klassik-Veranstaltungen abzubilden und in der exzellenten Abstimmung der Hauptbeschallung mit den Delay-Towern ein homogenes und harmonisches Klangbild zu erzeugen.
2007 feierte die Loveparade in Essen ihre Wiederauferstehung. Der Publikumszuspruch zeigte, dass diese Veranstaltung immer noch die Massen anzieht. Die Verantwortlichen für die Hauptbühne der Abschlussveranstaltung der Loveparade in Essen werden mit dem Opus in der Kategorie Technische Realisation ausgezeichnet. Das Team, bestehend aus Lichtdesignerin Heike Trebuth, Sebastian Kraas (Stageco) und Clemens Petzold, baute einen Bühnenkubus, der die Massen der Abschlussparty begeisterte. Die rund 300 Tonnen schwere und 800 Quadratmeter große Bühne war der Anziehungspunkt und das Highlight der Veranstaltung.
In der Kategorie Video wird 2008 zum ersten Mal ein Projekt mit einem Opus bedacht. Hier wird der Video-Künstler Chris Kondek für die Realisation und die Einbindung von Videosequenzen in die Theater- produktion „Der Sturm“ an den Münchner Kammerspielen ausgezeichnet. Durch den prominenten Einsatz von Video in dieser Theaterproduktion entstand ein „multimediales Schau- und Lichtbühnenspektakel“, so die Süddeutsche Zeitung. Chris Kondek arbeitet seit mehr als zehn Jahren mit „Video in Live Performances“, unter anderem mit Robert Wilson, Michael Nyman oder Laurie Anderson. Lesen Sie mehr dazu auf DieReferenz.de in unserer Reportage.
Getragen wird der Opus vom Verband für Licht-, Ton- und Veranstaltungstechnik (VPLT), dem Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und der Messe Frankfurt GmbH. Der „Opus – Deutscher Bühnenpreis“ ist ein nicht-dotierter Ehrenpreis für Bühnenbildner, Designer, Techniker und Planer. Er wird 2008 zum siebten Mal vergeben.
Aufmacher-Foto: Messe Frankfurt GmbH / Helmut Stettin

