pl+s Interview Hubert Dierselhuis

Auf der prolight+sound: Hubert Dierselhuis von Trius über den neuen Vertrieb von Adamson und die Vorausschau der Giraffe.
DieReferenz: Herr Dierselhuis, wie war Ihr gestriger Abend?
Hubert Dierselhuis: Hervorragend. Traditionell gehen wir Mittwoch abend mit dem Team schön essen.
DieReferenz: Was hat Sie bisher besonders geärgert, verblüfft oder gefreut?
Dierselhuis: Gefreut hat mich, dass wir ab sofort Adamson im Vertrieb haben, und verblüfft haben mich die ständigen Neubauten, wenn man hier reinfährt ins Messegelände. Man findet seinen alten Parkplatz gar nicht wieder.
DieReferenz: Seit wann haben Sie Adamson im Vertrieb?
Dierselhuis: Genau seit heute. Heute früh hat dann auch L’Acoustics entschieden, ab sofort etwas Neues zu machen. Damit ist für uns der Weg frei, der Vertrag ist erfüllt, und wir starten jetzt unmittelbar mit Adamson.

DieReferenz: Für wen ist Adamson in Deutschland interessant. In welcher Liga spielen die?
Dierselhuis: Ich denke mal, absolut in der Liga, wo L’Acoustics spielt. Das sehen wir auch an den Leuten, die es bisher verwenden. Satis&Fy hat ja schon vor einigen Monaten die L’Acoustics-Systeme verkauft und nutzt seitdem Adamson. Die werden dieses Jahr „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ machen mit Adamson auf den beiden Hauptbühnen. Adamson ist in Deutschland noch relativ unbekannt, aber durch die Kontakte zu Andreas Weingärtner lag es für sehr nahe, dass wir es machen. Wir sind über Jahre schon befreundet, und so ist das halt entstanden.
DieReferenz: Haben Sie eine Vorstellung, in welcher Größe das vom Umsatz her sein soll?
Dierselhuis: Ähnlich wie L’Acoustics.
DieReferenz: Und um welche Produkte geht es da?
Dierselhuis: Im Moment ist es so, dass das Produktportfolio dem von L’Acoustics sehr ähnlich ist, es wird aber von Adamson im Installationsbereich viele neue Produkte geben in den nächsten 24 Monaten. Es gibt da sehr viele neue Ideen, da etwas seriöser aufzutreten, Frontgitter mit Schaumbezug und ähnliche Geschichten. Da wird einiges kommen, und da rechnen wir uns natürlich sehr viel aus. Und was ganz entscheidend ist: Diese Box ist nicht nur in Braun erhältlich, es gibt sie auch in Schwarz, Weiß oder jeder Farbe, die man haben möchte. Noch was ganz Wichtiges dabei: Warum uns auch diese Entscheidung relativ leicht gefallen ist , ist natürlich die neue Kombination mit unserem Endstufen-Portfolio. Konnte man früher die Systeme nur mit Endstufen von L’Acoustics kombinieren, so kann man nun auch die Produkte von Labgruppen nützen, die wir ja ebenfalls im Vertrieb haben. Nun hatte früher L’Acoustics einen Partnervertrag mit Labgruppen, so dass wir L’Acoustic-Amps verkaufen mussten, die eigentlich Labgruppen-Geräte waren, worunter letztlich unser Labgruppen-Umsatz gelitten hat. Seit neuestem gibt es eine neue Kombination mit Camco, damit ist auch für Labgruppen der Umsatz mit L’Acoustics auf Null. In Zukunft ist es so, Adamson empfiehlt die Kombination mit Labgruppen, das heißt, dort werden wir als zukünftig auch noch etwas bewegen, weil wir diesen Zwang nicht mehr haben, den Kunden unbedingt L’Acoustics-Endstufen verkaufen zu müssen.
DieReferenz: Was muss man noch wissen über Adamson. Woher kommen die überhaupt …
Dierselhuis: Adamson ist eine kanadische Firma, die schon sehr, sehr lange am Markt ist. In vielen Ländern ist die Firma schon sehr lange sehr gut anerkannt und spielt auf einem sehr hohen Niveau mit. Dahinter steckt, dass die bei Adamson alles selbst machen. Vom Flugrahmen über Flug-Hardware, die Treiber, die Hörner … alles. Die haben sich auf die Kevlar-Lautsprecher spezialisiert und haben diesen 21-Zoll-Bass, der relativ bekannt ist.
DieReferenz: Was spricht denn nun aus Käufersicht wirklich für Adamson. Warum soll ein Kunde da einsteigen? Der Preis?
Dierselhuis: Nein, um den Preis geht es in der Klasse nicht. Es handelt sich dabei einfach wirklich um einen Lautsprecher-Hersteller, also nicht jemanden, der irgendwelche Holzkisten mit Treibern bestückt, sondern auch wirklich System entwickelt und weiter entwickelt. Das sieht man ganz klar an den Produkten. Da sehen wir ein großes Potential. Und natürlich darf man nicht vergessen, dadurch das Adamson in Deutschland noch nicht so präsent war, ist das für uns natürlich eine große Herausforderung, eine solche Marke in Deutschland zu positionieren. Das macht sehr viel Spaß, vor allen Dingen, wenn etwas dahinter steckt. Wenn man von Leuten redet, die Produkte bauen, die wirklich in der absoluten Oberliga spielen.
DieReferenz: Zurück zur Messe, was ist der wichtigste Unterschied zu Ihrem Messe-Auftritt letztes Jahr?
Dierselhuis: Ein anderes Standdesign. Wir haben eine erhöhte Bauform genommen. Einmal, um ein bisschen mehr Optik zu haben, aber gleichzeitig, um die ganzen Kartons, die man hier einlagern muss, was wirklich ein Vermögen kostet, direkt in den entstandenen Freiraum zu packen.
DieReferenz: Was ist Ihr wichtigstes Produkt?
Dierselhuis: Das ist schwierig, als Vertrieb kann man das eigentlich nicht sagen. Jedes Produkt hat seine Daseinsberechtigung in dem Bereich, für den es geschaffen wurde.
DieReferenz: Wie ist Ihr persönlicher Messe-Eindruck?
Dierselhuis: Gestern dachte ich, es war weniger, aber es war tatsächlich nicht so. Wir haben durch unser Standkonzept das etwas weiter auseinander gezogen.
DieReferenz: Sie führen hier ja viele Kundengespräche. Was war das interessanteste?
Dierselhuis: Mein erster Adamson-Kunde. Der war so begeistert, dass wir das jetzt machen, weil er immer gern Adamson verwenden wollte, aber es gab keinen Vertrieb, von dem er sich einen passenden Support erwarten konnte. Das war ein sehr, sehr angenehmes Gespräch.
DieReferenz: Stellen Sie sich vor, die Branche ist ein einziger großer Zoo. Welches Tier ist dann Ihre Firma?
Dierselhuis: Da sind wir die Giraffe, die schaut immer schön weit raus.
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