Schnick-Schnack im Lichtlabor

Technische Universität Berlin entwickelt Lichtlabor aus Schnick-Schnack LED-Kacheln.


 

Welchen Einfluss hat das Licht an einem Arbeitsplatz? Dies ist die Frage, die viele Arbeitgeber und Leuchtenhersteller brennend interessiert. Immerhin kann durch das Wohlbefinden und die Effizienz letztendlich der Ertrag weiter gesteigert werden.

Aus diesem Grund hat die Technische Universität Berlin ein neues Lichtlabor entwickelt, das die Aufgabe erfüllen muss, nur einen einzigen Parameter zu verändern. Das heißt, alles andere muss konstant bleiben, damit die Wirkung des geänderten Parameters unbeeinflusst von anderen Einwirkungen erfasst werden kann.

Dass dies nicht so selbstverständlich ist, wie man im ersten Augenblick vermutet, erkennt man, wenn man zum Beispiel eine Stehlampe im Raum anschaltet. Dabei wird auch die Wand hinter der Stehlampe, der Boden unter der Lampe sowie die Decke heller. Damit sind als drei weitere Parameter Wand, Decke und Boden dazu gekommen.

Um das zu verhindern, werden nun die Helligkeiten der Seitenwände so gesteuert, dass trotz Einschalten der Stehlampe die Helligkeit der Seitenwand und der Decke sich nicht ändert und auch der Fußboden in der gleichen Helligkeit erscheint.

Realisiert wurde dies mittels LED-Kacheln, welche die Seitenwände und die Decke leuchten lassen und exakt in der Helligkeit zu steuern sind. Extrem wichtig dabei war, dass die LEDs sehr genau zueinander selektiert sein müssen, denn es war nur ein sehr enges Binning +/- 60 K bei 3040 K erlaubt.

 


Lichtlabor mit L33 (-6/-6) S MK2 mit 3040 K und sehr engem Binning +/- 60.

 



Die L-Serie und die hohe Qualitätsanforderung von Schnick-Schnack-Systems konnte dies garantieren. Daneben musste aber auch jede einzelne LED-Kachel mittels DMX-512 separat angesteuert, beziehungsweise flickerfrei gedimmt werden.

Hinzu kommt, dass mittels der eigens entwickelten und patentierten Lehmann- Modulation eine lichtlineare Regelung erfolgt,
anstatt der bei der sonst üblichen Puls- Breiten-Modulation (PWM), die leistungslinear arbeitet. Nicht zuletzt werden bei der Lehmann-Modulation auch bei 100 % Ansteuerung weiterhin die LEDs mit Pulsen betrieben wie im gedimmten Bereich. Dies bildet im Auge weniger Unterschiede ab als der Übergang einer PWM zu einer konstanten Spannung.

 


Die einzelnen Partien des Raums lassen sich in der Helligkeit exakt steuern.



 

Damit der Boden oder die Tischplatten in der Helligkeit gesteuert werden können, wurden in der Decke sechs  6.000-ANSI-Lumen-Projektoren eingebaut, die den Fußboden vollflächig beleuchten. Masken für die Randbereiche oder die Tische werden mit einem Medienserver gesteuert, während die generelle Steuerung über ein E-Cue-System erfolgt.

 

Raphael Kirsch am Fragebogen-Pad
Raphael Kirsch am Fragebogen-Pad.

 



Die Probanden werden über ein programmiertes Tablet über ihre Aufgaben angeleitet und geben dabei ihre Eindrücke in das Gerät ein, was nebenbei auch die Steuerung der zu erforschenden Lichtverhältnisse triggert. Mit der Arbeit über ein Tablet sind auch subtile und unterbewusste Manipulationen durch den Interviewer ausgeschlossen.

Schnick-Schnack-Systems hat für dieses Lichtlabor 1.500 LED-Kacheln L33-6-6-S produziert
, die separat gesteuert werden. 13 Systemnetzteile 4 sorgen für die Verteilung von Strom und Daten.

 


Die Lichtdecke von oben, Projektoren für den Boden.



 

Dipl. -Ing. Raphael Kirsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität Berlin, betreut das Projekt beziehungsweise das Lichtlabor und schreibt nun seine Dissertation über die überraschenden Erkenntnisse, die bereits mit diesem neuartigen Lichtlabor gewonnen werden konnten.

Text : Dipl.- Ing. (FH) Herbert Bernstädt


 

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