Die Akustik der Pilatus Arena in Kriens

17.09.2026

WSDG übernahm Schalldämmung und Raumakustik-Planung in der neuen multifunktionalen Pilatus Arena im Schweizer Kriens.


Die Pilatus Arena in Kriens, Schweiz,
eine multifunktionale Indoor-Arena mit einer Kapazität von rund 4.000 Plätzen, wurde am 25. Oktober 2025 mit einem „Grand Opening" und dem ersten Heimspiel des HC Kriens-Luzern offiziell eröffnet. Sie ist ein wichtiger Veranstaltungsort für die gesamte Zentralschweiz und insbesondere den Raum LuzernSüd.

 

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)


Die von Giuliani Hönger Architekten entworfene
und von der Halter AG errichtete Arena wurde direkt neben dem Wohnhochhaus „Pilatus Tower" gebaut und dient als Veranstaltungsort für professionellen Hallensport, Schulsport und andere Veranstaltungen. WSDG wurde Anfang 2023 von der Halter AG beauftragt, die akustische Beratung für diese wichtige regionale Einrichtung zu übernehmen.

Die Arena, die in erster Linie für Handball konzipiert wurde, sich jedoch für zahlreiche andere Nutzungsszenarien eignet, verfügt über eine interaktive Fassade, die eine Verbindung zwischen Innen und Außen herstellt. Die öffentliche Zugänglichkeit des Gebäudes und seine Rolle bei der Revitalisierung des Bahnhofsareals in Kriens stellen eine bedeutende architektonische Errungenschaft für die Region dar.

Unter der Leitung von Collin Killenberger, Gabriel Hauser und Amin Nehmeh umfasste der Auftrag von WSDG drei wesentliche akustische Herausforderungen im Rahmen des Projekts.

 

Schalldämmung und Raumakustik der Arena

 

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)


In der ersten Phase lag der Schwerpunkt
auf der Lösung der Schalldämmung der Arena gegenüber der Außenumgebung sowie auf der Raumakustik der Arena selbst.

Obwohl die Arena in erster Linie als Sportstätte konzipiert wurde, verlangte der Auftraggeber Flexibilität, um mehrmals im Jahr Musikkonzerte veranstalten zu können. Diese Anforderung an die Doppelnutzung erhöhte die Anforderungen an die Schalldämmung erheblich, insbesondere bezüglich der Bassfrequenzen.

In der zweiten Phase wurde die Akustik der umliegenden Verkehrsflächen optimiert, darunter die Gangwege in der Halle, die Zugänge zu den Sanitäranlagen und die Imbissstände, an denen sich die Besucher in den Pausen aufhalten. Ein Foyerbereich, der separat für Firmenveranstaltungen vermietet werden kann, war ebenfalls Teil des akustischen Planungsumfangs.

 

„Das Projekt erforderte den Ausgleich konkurrierender akustischer Anforderungen: Es galt, die Sprachverständlichkeit für Sportkommentare zu gewährleisten und gleichzeitig einen angemessenen Nachhall aufrechtzuerhalten, um eine mitreißende, laute Atmosphäre zu schaffen, wenn das Publikum bei Sportveranstaltungen jubelt", erklärt Collin Killenberger, Tonmeister und Projektingenieur, WSDG.

 

Der Ansatz von WSDG umfasste detaillierte akustische Modellierungen, um die erforderlichen Schalldämmwerte nachzuweisen und verschiedene Umsetzungsoptionen aufzuzeigen. Für die Schalldämmung der Arena optimierte das Team die Masse und die genaue Struktur der Dachkonstruktion über dem Spielfeld und verwandelte die ursprüngliche einfache Metallhülle in ein mehrschichtiges, massives Konstruktionssystem, um niederfrequente Schallenergie einzudämmen.

 

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

 

Das Design berücksichtigte zudem den Schallaustritt durch Türen und andere Öffnungen, wobei die Übertragungswege durch die umliegenden Bereiche und die Fassade berechnet wurden, wenn die Türen während Veranstaltungen offen standen.

Für die Raumakustik der Arena waren die Schweizer Normen für Sportstätten maßgeblich. WSDG sorgte für eine sorgfältige Ausbalancierung der Absorption, um eine klare Sprachverständlichkeit zu erreichen und gleichzeitig einen ausreichenden Nachhall zu bewahren, der eine mitreißende akustische Umgebung für die Einbindung des Publikums gewährleistet.

 

Akustiklösungen für Verkehrsflächen und Foyer

 

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

Pilatus Arena (Fotos: David Willen_Tanja Willen_Studio Willen)

 

Die umliegenden Verkehrsflächen stellten besondere Herausforderungen dar, da ein Großteil der rohen Betonflächen nicht mit herkömmlichen wandmontierten Absorbern ausgestattet werden konnte. WSDG löste diese Herausforderung mithilfe von Akustikblenden – dünnen, vertikal hängenden Elementen, die an der Decke aufgehängt wurden.

Diese Bereiche wiesen erhebliche Unterschiede in der Deckenhöhe auf, von etwa drei Metern in einigen Zonen bis zu sechseinhalb Metern in anderen, was maßgeschneiderte Blendenlösungen für jeden Raum erforderte, während der für Firmenveranstaltungen konzipierte Foyerbereich zusätzlich mit wandmontierten Absorbern ausgestattet wurde.

 

„Die Pilatus Arena ist neben dem 115 Meter hohen Pilatus Tower ein Impulsgeber für die Region rund um den Bahnhof Kriens, und gemeinsam beleben sie das gesamte Gebiet", sagt Mirco Cortesi, Partner bei Giuliani Hönger.

 

„Die Zentralschweiz verfügt nun über eine Hallenarena mit 4.000 Plätzen, die es zuvor nicht gab und die sowohl für den Profi- und Schulsport als auch für eine breite Palette von Veranstaltungen genutzt werden kann. Die interaktive Fassade verbindet Innen und Außen und verleiht dem Gebäude einen wahrhaft öffentlichen Charakter. Eine gute Akustik ist für all dies unerlässlich, und WSDG hat dies umgesetzt und uns anhand präziser Modelle und einer Reihe von Optionen genau gezeigt, was erforderlich war."

 

 

„Die Pilatus Arena steht für eine ausgefeilte Balance zwischen akustischer Leistung und architektonischer Vision", fasst Collin Killenberger zusammen. „Durch die Umgestaltung der ursprünglichen Dachkonstruktion und die Umsetzung maßgeschneiderter Lösungen im gesamten Stadion haben wir einen Raum geschaffen, der sowohl der Energie von Sportveranstaltungen als auch der für Musikaufführungen erforderlichen Präzision gerecht wird – und das unter Berücksichtigung der umliegenden Gemeinde."